Immer wieder tun sich neue Pfade auf zwischen der Kunstszene in Simbabwes ferner Hauptstadt Harare und der Bettendorffschen Galerie in Gauangelloch . Dieses Mal führt der Weg über Bayerns Metropole. Die seit 15 Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen München und Harare ermöglicht den Freunden der afrikanischen zeitgenössischen Kunst unserer Metropolregion einen großzügigen Überblick über die simbabwische Kunstszene: Die renommierte simbabwische „Gallery Delta Foundation for Art and the Humanities“ und die Münchner Kuratorin Verena Nolte hatten vor Ort (d.h. in Harare) ein handverlesenes, ebenso vielfältiges wie informatives Spektrum von Arbeiten simbabwischer Gegenwartskünstler zusammengestellt und in der bayrischen Landeshauptstadt mit großem Erfolg gezeigt. Ein ausgesuchter Teil dieser vielbeachteten diesjährigen Münchner Ausstellung ist nun in die Bettendorffsche Galerie gewandert und dort ab 9.Oktober bis zum Jahresende zu sehen.
Neun Künstler dieser Simbabwe-Schau wurden speziell für die Ausstellung SZENE AFRIKA in der Bettendorffschen Galerie Im Schlossgarten ausgewählt. Malerei, Zeichnung, Mixed Media Kunst und dreidimensionale Objekte werden zu sehen sein: großformatige vielschichtige Farbfeldmalerei von Helen Lieros. Ihre sehr spezielle Technik nennt sich Marouflage. Patrik Makumbe und Richard Witikani – bei beiden Malern ist der Mensch in alltäglichen Situationen zentrales Thema, ebenso bei Munyaradzi Kapfumvuti, der zwei großflächig gemalte Porträts vorstellt. Gareth Nyandoro überrascht mit kleinformatigen, eigenwillig expressiv aufgefassten Köpfen – vorwiegend in schwarz-weiß. Cosmas Shiridzinomwa, Maler und Kunst-Lehrender in Harare, den die Stadt München im Juli als Gastkünstler eingeladen hatte, zeigt in seinen ebenfalls kleinformatigen farbprächtigen Porträts die menschliche Emotion als Leidensdruck und Hoffnung. Lovemore Kambudzi setzt der bedrohlichen Lage seines Landes konsequente Ironie entgegen; will sagen, hier tritt der Mensch als Karikatur im Großformat auf. Aber auch freundliche friedvolle Tiere bevölkern die Szene Afrikas bzw. Simbabwes - das zeigt Wallen Mapondera mit seinen zarten, farblich sehr zurückgenommenen Zeichnungen wie z.B. von schlafenden Hunden, die nicht- oder doch?- geweckt werden wollen. Die einfachen Dinge wie Tisch, Stuhl, Fenster, Buch sind bei Munyaradzi Mazarire solide Holzobjekte in 1:1 gearbeitet. Sie schaffen mittels präzise ausgeklügelter Perspektiven eine Raumillusion von geordneten, klaren Verhältnissen, in denen alles seinen Platz haben kann. Für die Finissage am 4. Dezember um 15 Uhr ist eine Lyrik- Performance mit Simbabwes derzeit bekanntestem Vertreter der Autorenszene Chirikure Chirikure in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Verlag Das Wunderhorn geplant- jetzt schon vormerken!
Eröffnung 9. Oktober 11 Uhr

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